Presseberichte aus PNP - Nummer 280 vom Montag, 5. Dezember 2011
über die Nominierungsversammlung zur Bürgermeisterwahl 2012
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SPD nominiert Johannes Seiser: "Die Chance ist da"
"Aufstellungsversammlung" für Bürgermeisterwahl im kommenden Oktober in Hauzenberg - Regener Landrat
Michael Adam Gastredner

Von Martin Riedlaicher
  Hauzenberg. Zwei Bürgermeister-Kandidaten für die Wahl am 7. Oktober kommenden Jahres in Hauzenberg stehen fest. Amtsinhaber Josef Federhofer (CSU) hat bereits erklärt, nochmal anzutreten, wird aber erst im Frühjahr offiziell nominiert. Die SPD hat ihrerseits am Freitag Abend ihren Stadtverbandsvorsitzenden Johannes Seiser bereits offiziell nominiert, 311 Tage und 44 Wochen vor der Wahl. Die 61 Stimmberechtigten im Waldhäusl-Saal setzten ein einstimmiges Zeichen für ihren Kandidaten.
  Seiser (geboren am 30. Januar 1959) ist gebürtiger Österreicher, lebt aber seit 1993 in Hauzenberg. Er ist seit langem deutscher Staatsbürger, wurde mehrmals am Abend betont. Die österreichische Staatsbürgerschaft habe er abgelegt.
  So viele Genossen und Gäste waren seit langem nicht mehr bei einer SPD-Veranstaltung, darunter Freunde von anderen Ortsverbänden und SPD-Prominenz wie zum Beispiel Bezirksrat Max Brandl oder Bürgermeister Georg Steinhofer (Neukirchen vorm Wald). Die Sozialdemokraten fühlen sich landesweit im Aufwind, ging aus den Reden hervor. Dafür gebe es zwei Gründe. Zunächst habe man mit Christian Ude einen zugkräftigen Kandidaten für die nächste Landtagswahl, zusätzlich befeuert habe die Zuversicht der spektakuläre Wahlerfolg des neuen Regener Landrats Michael Adam.
  Just jener war Gastredner bei der SPD-Nominierung, was natürlich half, den Saal zu füllen. Adam hatte für den Abend schon vor Monaten zugesagt, in seiner Eigenschaft als Bürgermeister von Bodenmais und SPD-Bezirksvorsitzender, als es noch keinen Gedanken gab an eine vorgezogene Landratswahl im Landkreis Regen. Nun hatte er an seinem zweiten Arbeitstag als Landrat Termine abgesagt, um sein Versprechen an die Hauzenberger SPD einzuhalten.
Gleich mit seinem Eröffnungsbeitrag zog der 26-jährige Landrat die Genossen in seinen Bann. "Der Freistaat wandelt sich", diagnostizierte er. "Die klassische Tour zieht heute nicht mehr. Die Menschen wollen Veränderungen, sie wählen nicht mehr automatisch so, wie sie immer gewählt haben." Mit Demut an die Wahl heranzugehen, empfahl er den Hauzenbergern. Der Kandidat müsse den Leuten konkret sagen: "Das möchte ich tun." Hochglanzfotos vor Bergpanorama reichten im Wahlkampf nicht mehr. Aber: "Die Menschen sind bereit, sich gewinnen zu lassen." Daher sei der frühe Zeitpunkt der Nominierung "goldrichtig".

Es kandidiert nie einer allein. Es kandidiert immer eine Familie mit. SPD-Bürgermeister-Kandidat Johannes Seiser dankte auch seiner Frau Helga, die im kommenden Jahr während des "Wahlwettbewerbs" viel auf ihn wird verzichten müssen. - Fotos: Riedlaicher

  Adam nannte Seiser mehrere Rezepte aus seiner Sicht. "Die Menschen wollen Dich erleben", meinte der SPD-Landrat. Gute Erfahrungen gemacht habe er auch mit "unkonventionellen Versammlungen". Ein Beispiel sei ein Abend mit Margot Hellwig gewesen. 500 Menschen drängten sich in den Saal. "Wir sind Kümmerer", fasste er die sozialdemokratische Grundeinstellung zusammen.
  Adam bezog dann zu einigen politischen Sachfragen Stellung. Beispiel "Erneuerbare Energien". Seine Meinung: "Wir müssen uns hier alles erkämpfen." Schon das Beispiel Windräder zeige, dass die Gesetzgebung derartige Anlagen eher behindere. Die Frage sei also nicht: Wie viele Räder bekommen wir in der Region, sondern: Wie bekomme ich überhaupt eins? "Viele sehen hier das wahre Thema nicht."
  Zurück zur Wahl. "Wir müssen den Willen zum Gewinnen entwickeln", mahnte er die Genossen. Das Beispiel in Regen habe gezeigt, "dass es geht". In seinem Schlusssatz ging er noch auf den vom politischen Gegner geäußerten Vorwurf ein, seine Jugend betreffend. "Jugend allein qualifiziert zu nichts, aber Alter auch nicht."
  Die Regularien der Nominierung (Wahlleiter war Alois Probst aus Salzweg) gingen dann flott und geräuschlos über die Bühne.

"Die Menschen wollen Veränderungen." Der neue Landrat von Regen Michael Adam impfte mit seiner Rede den Genossen Siegeszuversicht ein.

"Die Chance zum Sieg ist da", beschwor Landtagsabgeordneter Bernhard Roos in seiner kämpferischen Rede eine Wechselstimmung in Stadt und Land.

Stadtrat Manfred Hoffmann schlug Johannes Seiser als Kandidaten offiziell vor. In schriftlicher und geheimer Wahl stimmten alle 61 Berechtigten für den Kandidaten.
  Johannes Seiser stellte dann seinen Programmentwurf für den Wahlkampf vor, seine "Vision Hauzenberg 2020" (siehe dazu gesonderter Bericht). "Die Chance ist da", beschwor MdL Bernhard Roos in der Schlussrede die Siegeszuversicht. Die einstimmige Nominierung sei das "beste Startsignal".

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Artikel aus PNP - Nummer 280 vom 5. Dezember 2011
Das Geheimnis des roten Buches
Johannes Seiser stellt Grundzüge seines Wahlprogrammes vor

  Hauzenberg. In fünf Schwerpunkte hat Johannes Seiser seinen ersten Programmentwurf für die Bürgermeisterwahl eingeteilt, den er nach der Nominierung unter dem Titel "Hauzenberg 2020 plus" vorstellte. Zunächst wolle er den Begriff "Wahlkampf" möglichst vermeiden, erklärte er. Er spreche von der "Wahlwerbung". "Ich kämpfe nicht gegen jemanden, ich kämpfe für mich."
  Als Bürgermeisterkandidat sehe er sich als "Motivator, Impulsgeber und Gestalter", um machbare Konzepte für eine "zukunftsorientierte Gemeinde" zu entwerfen.
Seine Kernthemen:

  Den Demografiewandel nutzen: Die Stadt Hauzenberg solle besondere Angebote und Rahmenbedingungen liefern, um junge Menschen hier zu halten oder auch zur Rückkehr zu bewegen. Das gelte auch für Ältere. Seiser denkt hier an ein "kommunales Zuwanderungskonzept".

  Zusammenleben fördern: Hauzenberg sei eine Flächengemeinde mit insgesamt neun Ortsteilen, "die zunehmend aufeinander bezogen und angewiesen sind". Alle gesellschaftlichen Kräfte müssten das Gemeinwesen stützen. Ein Beispiel sei das Fördern des Nachwuchses der Feuerwehren. Als Idee nannte er das Gründen einer "Bürgerstiftung", in der sich neben den "Geldreichen insbesondere die ldeen- und Zeitreichen" engagierten, um das Mit- und Füreinander zu unterstützen.

  Mittelzentrum werden: "Das Landesentwicklungsprogramm der Bayerischen Staatsregierung stuft Hauzenberg als mögliches Mittelzentrum ein, das bevorzugt entwickelt werden soll", erinnerte er. Für dieses Ziel wolle er kämpfen. Hauzenberg solle "ein lebenswerter Zentralraum im östlichen Landkreis" werden, mit wirtschaftlichen, touristischen, Bildungs- und Versorgungs-Möglichkeiten.

Das Programm "Hauzenberg 2020 plus" sei nicht sein Programm allein, sagte Kandidat Seiser. Es solle auf den Wünschen der Bürger basieren. Daher präsentierte er sein rotes Büchlein, in das er Fragen und Anregungen der Bürger notiert, damit keine Idee verloren geht. Foto: Riedlaicher

  Regenerative Energien ausbauen: "Hauzenberg soll eine ,Plus-Energie-Stadt' werden", nannte Seiser als Ziel. Das heißt: Sie erzeugt mehr Energie, als sie verbraucht.

  Kommunikation pflegen: Der Kandidat will neue Möglichkeiten "der Teilhabe und Transparenz" schaffen. Neben den zeitgemäßen Formen von Informations- und Kommunikationsplattformen will er einen stärkeren Austausch zwischen Bürgern und Verwaltung, Stadtrat und Bürgermeister organisieren. - mr

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Artikel aus PNP - Nummer 280 vom 5. Dezember 2011
Das ist Johannes Seiser

Hauzenberg. Johannes Seiser (Jahrgang 1959) wurde als sechstes von neun Kindern des Ehepaars Karl und Theresia Seiser in Grieskirchen (Oberösterreich) geboren. Der Vater ist Eisenbahner, die Mutter Hausfrau. Nach der Matura 1978 in Wien studiert er Katholische Theologie, Philosophie und Soziale Arbeit in Benediktbeuern, schließt ab als Diplom-Sozialpädagoge (FH) und Bachelor in Philosophie. Ab 1984 arbeitet er als Gruppenleiter in einem Kinderheim in Putzbrunn (München). Parallel studiert er in München Philosophie mit Hauptfach "Anthropologische Psychologie", schließt 1986 als "Magister Artium" ab.
1987 gründet er mit Freunden den "Verein für Sozialarbeit e.V.", den er heute als Geschäftsführender Vorstand leitet. Dieser soziale Dienstleistungsverbund beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter im Kinder- und Jugendhilfebereich (siehe auch "
www.verein-fuer-sozialarbeit.de <http://www.verein-fuer-sozialarbeit.de>").
1987 heiratet er die Hauzenbergerin Helga Stadler, die heute als Erzieherin im Kindergarten arbeitet. Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor, Jakob 1988 und Simon 1991. 1993 zieht die Familie nach Hauzenberg.
Seit 2008 ist Seiser bei der SPD. Er ist Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes und stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hauzenberg, sowie in der Vorstandschaft des SPD-Unterbezirks und -Kreisverbandes Passau. - mr

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